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Dokumentation

Ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist das Dokumentieren von Beobachtungen. In regelmäßigen Abständen wird der Lern- und Entwicklungsstand eines jeden Kindes schriftlich festgehalten. Unsere Beobachtungen halten wir anhand eines Beobachtungsbogens fest. Dieser beinhaltet das Sprachverhalten und das Sprachverständnis, die kognitive Entwicklung, das Spiel-, Lern- und Sozialverhalten, Wahrnehmung und Orientierung, sowie die Motorik. Diese Beobachtungsdokumentationen werden im Sozialdatenschutz vertraulich behandelt.

  • Beobachtungen sind die Grundlage für die Entwicklungsgespräche mit Eltern

  • Beobachtungen geben Einblick in das Lernen des Kindes

  • Beobachtungen sind die Grundlage für die pädagogischen Angebote sowie Projekte

  • Beobachtungen werden nach einem einheitlichen Grundschema durchgeführt

Portfolio - eine Form der Beobachtungsdokumentation

Es ist eine uralte Geschichte, und dennoch fasziniert sie uns immer wieder und berührt uns ganz unmittelbar: Ein zunächst hilflos und zerbrechlich wirkendes Neugeborenes wächst heran, lernt unermüdlich neue Dinge hinzu, wird unversehens zum selbstbewussten Kind. "Bist du aber groß geworden!", "Was du schon alles kannst!": Uns Erwachsenen erstaunt es jedes Mal, wie schnell sich die Entwicklung eines jungen Menschen vollziehen kann. "Man möchte manchmal die Zeit anhalten!", sagen Eltern manchmal, so flugs geht ein bestimmtes Lebensalter des Kindes vorbei, an das man sich gerade erst gewöhnt hatte.

Eine Möglichkeit, die rasanten Entwicklungsschritte des Kindes festzuhalten und so rückblickend noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt reflektieren zu können, ist das Portfolio.

Auf fachlich hohem Niveau dokumentieren die Portfolioseiten, wie sich ein Kind entwickelt, wo es Hilfen und Förderungen gebrauchen könnte und wo alles wie von selbst den richten Weg geht.

Beobachtung

 

Kinder beobachten, heißt ihnen mit Aufmerksamkeit begegnen.

"Beobachtung ist immer eine intensive Beachtung eines Kindes,

seines Verhaltens, seines Zurechtkommens mit anderen Kindern,

seiner Versuche, Probleme zu bewältigen und seine Umwelt zu erfahren,

zu erkennen und zu verstehen."

(Kazemi-Veisari, 1999)

Die gezielte Beobachtung eines einzelnen Kindes oder einer Gruppe von Kindern ermöglicht uns Erwachsenen, individuelle Stärken, Fähigkeiten und Interessen wahrzunehmen.

Alltägliche Aktivitäten bilden in unserer Einrichtung den Ausgangspunkt für systematische Beobachtungsphasen. Bei einer Beobachtung nimmt sich die Pädagogin - für kurze Zeit - aus dem Gruppengeschehen hinaus. Dies ermöglicht eine genaue Erfassung des kindlichen Handlungsprozesses. Diese Beobachtungen werden in einem Beobachtungsbogen dokumentiert.

Portfolio

Portfolio kommt aus dem Lateinischen und meint ein Zusammentragen von Blättern und eine Zusammenstellung verschiedener Dokumente. Portfolio in der Pädagogik sammelt oder ordnet Produkte, die die Lernbiografie des Kindes bzw. dessen Entwicklung dokumentieren und damit sichtbar und für das Kind erfahrbar machen. Somit wird allen Beteiligten deutlich, was und wie das Kind lernt. Das Spiel steht hierbei im Vordergrund und ist ein wichtiges Ausdruckmittel jedes Kindes. Die Idee des pädagogischen Portfolios ist, diese Mappen nicht nur für Sammlungen zu nutzen, sondern zugleich auch gemeinsam mit dem Kind über das Gesammelte und die dabei gemachten Lernerfahrungen zu reflektieren. Im pädagogischen Sinn versteht man unter Portfolio eine zielgerichtete Sammlung von „Dokumenten“ (z.B. Werken von Kindern, Fotos, Beobachtungen, Lerngeschichten,…). Es zeigt Prozesse, Entwicklung und Veränderungen eines Kindes. Das Portfolio ist ein Instrument der Lernprozessbegleitung und – dokumentation für das Kind und mit dem Kind und ist somit ein „Archiv über die Entwicklung es Kindes“. Das Portfolio kann/soll das Kind vom Eintritt in die Kindertageseinrichtung bis zur Schulzeit und gegebenfalls auch noch darüber hinaus begleiten.

 

„Jedes Kind ist einzigartig in seiner Persönlichkeit,

seiner sozialen und kulturellen Herkunft,

seinen Bedürfnissen und Lernpotenzialen

sowie seinem Entwicklungstempo.“

 

Mit dem, was im Bildungsrahmenplan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich als Bildungsprinzip der „Individualisierung“ beschrieben wird, ist gemeint, dass Kindern die Möglichkeit geboten werden soll, auf ihre spezielle Art und Weise und in ihrem individuellen Rhythmus zu lernen.

Das Portfolio dokumentiert die individuellen Lernschritte der Kinder von Anfang der Kindergartenzeit an, wodurch sie optimal gefördert werden könne. Dabei soll eine individuelle Bildungsdokumentation für jedes einzelne Kind entstehen, sozusagen ein Archiv über seine Entwicklungen. Das Wissen um die individuellen Interessen, Stärken und Lernvoraussetzungen unterstützt die Pädagogin oder den Pädagogen dabei, im Sinne des Bildungsprinzips der Differenzierung spezifische Bildungsangebote für einzelne Kinder oder eine Gruppe von Kindern zu erstellen.

 

Das Portfolio soll folgende Funktionen erfüllen:

  • Das Portfolio soll Kompetenzen, Entwicklungen und Lernprozesse des Kindes im Verlauf seiner gesamten Kindergartenzeit darstellen. Die Beiträge sollen im Wesentlichen im Dialog mit dem Kind entstehen.

  • Das Kind soll die Möglichkeit haben, seine besonderen Stärken, Kompetenzen und Lernwege im Portfolio aufzuzeigen und dieses in die Schule mitzunehmen. Die Eltern sollen sich am Portfolio ihres Kindes beteiligen können.

  • Im Sinne eines ganzheitlichen Lernens sollen im Portfolio auch bedeutsame Gegenstände und dreidimensionale Werke gesammelt werden.

 

Was ist ein Übergangsportfolio?

Das Übergangsportfolio soll sichtbar machen, welche Stärken und Interessen das Kind hat, über welche Kompetenzen es verfügt und welche Lernwege und Lernstrategien es nutzt. Eltern geben dieses bei der Schuleinschreibung an die Schule weiter. Die Information aus dem Übergangsportfolio unterstützt die künftigen Lehrer/innen dabei, sich ein Bild vom Kind zu machen und den Unterricht entsprechend den Kompetenzen und Interessen der Kinder zu gestalten.

Das Übergangsportfolio wird im letzten Kindergartenjahr der Portfoliomappe beigefügt. Dafür können Beiträge aus dem bestehenden Portfolio des Kindes ausgewählt und „neue“ Werke verwendet werden.

Wichtig: Das Übergangsportfolio ist mehr „öffentlich“. Ausgewählt werden Werke, die die Kompetenzen, Interessen und Lernvoraussetzungen der Kinder anschaulich dokumentieren.

 

Ziele der Portfolioarbeit:

- Macht sein eigenes Lernen sichtbar und erkennt dabei Veränderungen

- Lernt, sich selbst einzuschätzen, hat Freude an seinen Leistungen

- Entdeckt und erkennt eigene Fähigkeiten

- Erkennt wie es etwas geschafft hat

- Kann eigene Werke, Ideen und Erlebnisse Bedeutung geben

- Übernimmt zunehmend Verantwortung für sein eigenes Lernen

 

Die Pädagogin/der Pädagoge

- erkennt im Dialog mit dem Kind individuelle Lernstrategien und Lernwege, Interessen und Themen des Kindes

- lernt Wünsche und Bedürfnisse des Kindes kennen

- stärkt die Beziehung zum Kind

- reflektiert mit dem Kind, was und wie es lernt

- regt das Kind an, zu sprechen und sich mitzuteilen

- erhält Informationen als Grundlage für die Reflexion und Planung der pädagogischen Arbeit

- bezieht das Portfolio beim Entwicklungsgespräch mit Eltern ein

     

Die Eltern

- sind am Portfolio beteiligt und bringen eigene Ideen mit ein

- bekommen Einblick in die Entwicklung und das Lernen ihres Kindes

- lernen Themen, Vorlieben, Sichtweisen und Ideen ihres Kindes im Kindergarten kennen

- sind mit dem Kind und der pädagogischen Fachkraft über das Portfolio im Dialog

 

Die Lehrkraft im Übergang zu Grundschule

- Lernt das Kind mit seinen Interessen, Lernstrategien und Arbeitsweisen kennen

- Kann sich auf das Kind einstellen

- Erhält Informationen als Grundlage für die Reflexion und Planung der pädagogischen Arbeit

 

Das Portfolio wird in der pädagogischen Arbeit für die Kinder hergestellt. Daher ist kein Einverständnis der Eltern erforderlich. Alle Übergangsportfolios die von einer Kinderkrippe kommen, werden von uns ausdrücklich weiterverwendet.

 

Das Entwicklungsportfolio bekommen die Kinder vor dem Schuleintritt mit nach Hause und das Übergangsportfolio wird mit Einverständniserklärung der Eltern – in einem festlichen Rahmen – an die Schule weitergegeben und begleitet das Kind auf dem weiteren Schulweg.